Millionenschwere Finanzierungsrunden für MuRay und hansetherm
Goldener Oktober für Hamburger Startups: Nach Procuros, 1KOMMA5° und Rabot Energy konnten nun zwei weitere Unternehmen aus unserem Ökosystem erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunden verkünden. MuRay sicherte sich 7,1 Millionen Euro, hansetherm sogar 10 Millionen Euro.
MurRay bekommt 7,1 Millionen Euro für bessere Alternative zu Röntgenstrahlen
MuRay ist ein in Hamburg ansässiges DeepTech-Startup mit einer Niederlassung in Tallinn, das „Active Muon Imaging“ entwickelt, eine 3D-Bildgebungstechnologie für dichte Metall-, Keramik- und Verbundwerkstoffkomponenten. Das von Dr. Kristjan Põder und Dr. Andi Hektor gegründete Startup bringt in seinem Team Erfahrungen von DESY, CERN und dem Imperial College London mit. Die aktuelle Finanzierung umfasst eine private Runde in Höhe von 3,5 Millionen Euro unter der Leitung von First Momentum Ventures und Beteiligung von Caelora, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des Laser-Startups Marvel Fusion, sowie 3,6 Millionen Euro an nicht verwässernden öffentlichen Mitteln, darunter ein Zuschuss aus dem EU-Programm „Horizon Europe“. Eine Gruppe von Investoren aus Deutschland, den nordischen Ländern, dem Baltikum und Großbritannien unterstützte die Finanzierungsrunde ebenfalls, darunter Superangel, Mätch VC, Arcas VC und Tiny VC. MuRays erster Investor, Nordic Science Investments, ist ebenfalls wieder dabei.

Die Technologie von MuRay nutzt einen kontrollierten Myonenstrahl, um 3D-Bilder des Inneren eines Objekts zu erzeugen. Myonen, das sind Elementarteilchen ähnlich wie Elektronen, durchdringen dichte Metalle, Keramiken und Verbundwerkstoffe wesentlich besser als Röntgenstrahlen und sorgen gleichzeitig für eine sehr hohe Bildauflösung. Die Technologie erfasst sowohl die Materialzusammensetzung als auch die Dichte – sie kann Materialien unterscheiden, die auf einem Röntgenbild identisch aussehen, und das bei einer deutlich geringeren Strahlendosis. Die nächste Entwicklungsphase von MuRay konzentriert sich auf ein mobiles System von der Größe eines Schiffscontainers. Mit derselben Technologie lassen sich auch nukleare Materialien wie Uran nachweisen, die Röntgenstrahlen nicht durchdringen können, und MuRay untersucht derzeit Anwendungsmöglichkeiten in der Fracht- und Grenzsicherheitskontrolle. Im Laufe der Zeit könnte sich daher der Anwendungsbereich auf die Überwachung radioaktiver Abfälle und die Inspektion großer Bauwerke wie Brückenpfeiler und Gebäude ausweiten.
10 Millionen Euro für Wärmepumpen-Startup hansetherm
Der Wärmepumpen-Spezialist hansetherm hat eine Seed-Finanzierungsrunde über zehn Millionen Euro abgeschlossen. Neben den Gründern Leon Thomsen und Konstantin Lennertz, die selbst zu den größten Investoren der Runde zählen, beteiligen sich der G-FUND sowie mehrere Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft, wie die Optima Aegidius Firmengruppe. Die Finanzierungsrunde wurde bereits im April unterzeichnet und im Mai abgeschlossen. Mit dem Kapital baut das 2023 gegründete Startup Team, Technologie und Installationskapazität aus und erweitert sein Angebot über die Wärmepumpe hinaus um Photovoltaik, Klimatisierung und weitere Energieservices.

hansetherm installiert Wärmepumpen deutschlandweit innerhalb von 30 Tagen zum Festpreis und übernimmt dabei alle notwendigen Leistungen: Beratung, digitale Planung, Förderantrag, Finanzierung, Installation und Wartung. Möglich machen das durchgängig digitale Prozesse, die an vielen Stellen gezielt durch KI unterstützt werden, sowie eigene Installationsteams und ein Netzwerk qualifizierter Handwerksbetriebe, das über die eigene Installationsplattform eingebunden ist. Nach jedem Projekt misst hansetherm die Zufriedenheit seiner Kunden und richtet daran sein Wachstum aus. Heute arbeiten 90 Mitarbeiter für das Unternehmen, das bereits mehr als 1.000 Wärmepumpen installiert hat.







