FORMALL und FollowTheVote gewinnen beim Pitch des Next.Generation Inkubators
Bei der dritten Ausgabe des Inkubator-Programms Next.Generation des Körber Start-Hubs zeigte sich wieder, wie sich soziales oder ökologisches Engagement mit unternehmerischem Denken verbinden lässt. Beim finalen Pitch sicherte sich FORMALL den Jurypreis in Höhe von 50.000 Euro, FollowTheVote gewann das Publikum und damit 5.000 Euro für sich.
Der Next.Generation Inkubator ist eines der aufwendigsten und lukrativsten Förderprogramme, die Hamburg zu bieten hat. Wenn die Teams dort an den Start gehen, gibt es oft nicht viel mehr als eine gute Idee. Knapp ein Jahr später, beim abschließenden Pitch vor großem Publikum, können sie ausgereifte Geschäftsmodelle und in einigen Fällen sogar schon die ersten Umsätze präsentieren. Zwölf Startups hatten das Programm durchlaufen, sechs von ihnen konnten sich für das Finale qualifizieren.
Vier Startups aus dem Next.Generation Inkubator auf dem Sprung
Zu ihnen gehörte Boommate, vorgestellt von Helena Ritterpusch. Wohngemeinschaften sind längst nicht mehr nur ein Thema für junge Leute. In Zeiten inflationärer Mietkosten und zunehmender Vereinsamung werden sie auch für Ältere immer attraktiver. Ein Chatbot namens Cornelia soll dabei helfen, dass sich Mitbewohner finden, die auch wirklich zueinander passen. Eine erste Testversion ist gerade online gegangen. Weiter sind schon Lennart Rugen und Robert Hey von Nebenkostenprofi. Sie überprüfen mithilfe künstlicher Intelligenz Nebenkostenabrechnungen, die in erschreckend hoher Zahl fehlerhaft sind, und helfen dabei, das zu viel bezahlte Geld rückerstattet zu bekommen. Für gewerbliche Kunden haben sie schon mehrere Hundert Tausend Euro zurückgeholt. Ab November sollen den Service auch Privatpersonen nutzen können.




Frieda Kremp und Jakob Schoen haben sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele EHRENORTE zu schaffen. In Münster ist ihnen das bereits gelungen. Ehrenorte sind Orte, an denen sich junge Leute treffen können, um sich zu engagieren oder einfach nur Gemeinschaft zu erleben. Die Zielgruppe ist etwas älter als bei Jugendzentren und umfasst im Kern Menschen im Umbruch, etwa weil sie in einer neuen Stadt ein Studium beginnen oder einen Job antreten. Umweltprojekte mit seinem Geld zu unterstützen, ohne einen Cent auszugeben – das klingt verlockend. Möglich machen möchte das Lauritz Herfarth mit Climpa. Das ist eine Zahlungsapp, die über einen QR-Code funktioniert. Ein Teil der bei jedem Bezahlvorgang anfallenden Transaktionsgebühren soll an den Klimaschutz gehen. Noch ist die App nicht fertig, man kann sich aber schon auf eine Warteliste setzen.
FollowTheVote gewinnt den Publikumspreis

Das Publikum hatte die Möglichkeit, live für seinen Favoriten abzustimmen. Die meisten Stimmen erhielt FollowTheVote von Levy Orlando Röpcke und Jona Tophinke. Die beiden Brüder möchten die Demokratie stärken und jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich über Politik zu informieren und sich zu engagieren. Fünf Fragen und fünf Beiträge pro Tag führen an aktuelle Themen heran und regen zum Mitmachen an. Zahlende Kunden sollen später einmal Kommunen werden. Auch hier gibt es bereits eine Testversion, die mit den 5.000 Euro Preisgeld ausgebaut werden kann.
FORMALL gewinnt den Jurypreis

Die Eltern von Amarachi Ugochukwo und Immaculata Nguyên sind nicht in Deutschland geboren, sodass die beiden ihnen schon in der Kindheit als Dolmetscherinnen dienen mussten. Eine besondere Herausforderung stellten dabei Behördenschreiben dar, an deren Unverständlichkeit schon die meisten Muttersprachler scheitern. Daher dürften die Gründerinnen mit ihren Startup FORMALL ziemlich viele Menschen ansprechen, Hauptzielgruppe bleiben aber Personen, für die Deutsch eine Fremdsprache ist. Sie können per App behördliche Dokumente scannen, sich übersetzen und erklären lassen und auch die Beantwortung in die Wege leiten. Der hohe Nutzwert der Idee überzeugte die Jury und belohnte sie mit 50.000 Euro Preisgeld.
Für FORMALL und FollowTheVote gab es also ordentlich was zu feiern, aber auch für alle anderen Teams, die sich jetzt so richtig ins Startup-Leben stürzen können. Und beim Next.Generation Inkubator geht es nahtlos weiter; die nächsten Gründerinnen und Gründer haben schon wieder mit dem Programm begonnen!






